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Lernen macht Spaß


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Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Remo H. Largo, der Entwicklungsspezialist und »Anwalt der Kinder« (Frankfurter Allgemeine Zeitung), bringt die Diskussion um eine ideale Schule in seinem Buch "Schülerjahre" endlich auf den Punkt: Wie entwickeln sich Kinder, und was brauchen sie, um am besten lernen zu können?

In der Debatte über Schule und Erziehung fordern die Eltern bessere Lehrer, die Pädagogen mehr Disziplin, und die Psychologen klagen über kleine Tyrannen. Das Wesentliche gerät dabei oft aus dem Blick: das Kind selbst. Jetzt äußert sich Remo H. Largo, der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsspezialist, dessen Erziehungsklassiker »Babyjahre« und »Kinderjahre« Generationen von Eltern wertschätzen. Im Gespräch mit dem Journalisten Martin Beglinger zeigt er, wie die gute Schule sich am einzelnen Kind orientiert. Was tun, damit die Jungen nicht ins Abseits geraten? Wie umgehen mit der Turboschule? Wie lernen Kinder lieber und deshalb leichter? »Schülerjahre« ist ein engagiertes Plädoyer für ein neues Verständnis von Schule, in der Kinder unterrichtet werden und nicht nur Fächer.

Das Buch ist untergliedert in drei Teile. Die beiden ersten beschäftigen sich mit dem Kind und seiner Entwicklung.  Der erste Teil „Wie sich Kinder entwickeln“ benennt die Faktoren, die dazu gehören:
-    Vielfalt und Individualität
-    Anlage und Umwelt
-    Lernverhalten
-    Lernmotivation
Als Kinderarzt stellt Largo fest, „Wenn eine Lehrerin eine Klasse mit 20 siebenjährigen Kindern vor sich hat, dann unterscheiden sich die Kinder in ihrem Entwicklungsalter um mindesten 3 Jahre. (…) Es gibt Kinder, die mit 7 Jahren ein Entwicklungsalter von 8 bis 9 Jahren haben und bereits lesen können. Andere mit einem Entwicklungsalter von 5 bis 6 Jahren sind noch weit davon entfernt. Bis zur Oberstufe nehmen die Unterschiede zwischen den Kindern noch einmal deutlich zu. Mit 13 Jahren variiert das Entwicklungsalter um mindestens 6 Jahre zwischen den am weitesten entwickelten Kindern und jenen, die sich am langsamsten entwickeln. (…) Hinzu kommt, dass die Jungen als Gruppe im Mittel um eineinhalb Jahre in ihrer Entwicklung hinter den Mädchen zurückliegen. (…)
Erst im Anhang finden sich die dazugehörigen Graphiken und Abbildungen, so dass sich das Buch liest wie ein kurzweiliges Interview zwischen dem Journalisten Martin Beglinger und dem Kinderarzt Remo Largo und nicht wie ein trockenes Sachbuch.
Im zweiten Teil „Was Kinder kompetent macht“,  geht es darum, wie sich das Kind die wichtigsten Bereiche der kindlichen Entwicklung: Sprache, logisch-mathematisches Denken, figural-räumliche Vorstellung, Sozialverhalten, Motorik, musikalische Fähigkeiten und kompetenzübergreifendes Verständnis aneignet.
Im dritten Teil „Wann die Schule kindgerecht ist“ wird versucht, die Frage zu beantworten,  was die zuvor gewonnenen Erkenntnisse für Schule, Eltern und Gesellschaft bedeuten. Was muss sich ändern? Was können Schule, Lehrkräfte und Eltern dazu beitragen, dass jedes Kind sein Entwicklungspotential realisieren und damit beruflich und sozial integriert werden kann.
Die wichtigsten Thesen werden in allen drei Teilen des Buches immer mal wieder zwischendrin in einer Art Merksatzkasten „Das Wichtigste für die Schule“ besonders hervorgehoben. Manchmal klingt es wie ein dringender Appell: Worauf sollte eine Schule achten, damit die Kinder ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln, ihre Stärken entfalten können und mit ihren Schwächen umzugehen lernen? Zum Beispiel:
„11. eine gute Lehrer-Eltern-Beziehung wirkt sich positiv auf die Beziehung zum Kind,  sein Leistungsvermögen und sein Verhalten aus. Eltern kooperieren mit der Schule  besser und unterstützten ihr Kind mehr, wenn sie sich vom Lehrer ernst genommen und verstanden fühlen. Hausbesuche sind informativer und beziehungsstiftender als formelle Elternabende.
12. Elterngespräche kompetent zu führen gehört zur Professionalität eines Lehrers. Dazu braucht er eine Ausbildung in Gesprächsführung. Junge Lehrer sollten bei  Elterngesprächen von erfahrenen Kollegen begleitet werden.“


„Dieses Buch ist ein Versuch, die Schule vom Kind her zu denken“.